Gelangweilt vom Hass

So langsam bin ich gelangweilt von all dem Hass. Ja richtig, gelangweilt. Mittlerweile empöre ich mich weniger darüber, und antworte mit einem kurzen und knappen „war ja klar“ (wenn ich überhaupt verbal darauf reagiere), wenn ich wieder mit Hass konfrontiert werde. Sei es Politik, sei es Alltag, sei es Deutschland, sei es Ausland, sei es auf social media, sei es sonst wo. Es scheint als würde die Welt aufm Kopf stehen, und ich sitze davor im Schneidersitz, und warte darauf, dass so viel Blut in den Kopf fließt, dass er irgendwann platzt. Ich zähle nur noch Sekunden, und halte den Mund. Nicht weil ich den Mut und die Hoffnung verloren habe, sondern weil ich teils genervt bin. Es bringt ja nichts jemandem vorzugaukeln, dass er sich doch bitte richtig hinstellen solle, auf seine Füße statt auf seine Hände, wenn er das nicht mehr hören will und weitermacht. Wahrscheinlich rauschen seine Ohren von all dem Blut, der da hinuntersickert, sodass er mich auch noch kaum hören kann.

Ich für meinen Teil warte nur noch ab. Auf das Platzen. Auf Sekunde Null. Und warte… bereit dazu wieder aufzuräumen… so wie einst mein Großvater … bereit dazu wieder aufzubauen… so wie einst mein Großvater.

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